Cheerleader, Stimmung und beeindruckende Teams: American Football ist mehr als ein Sport und hat seinen Siegeszug im Weinviertel angetreten.

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Mit so vielen Fans hatte niemand gerechnet: Ein Ansturm von über 1.000 Zuschauern sorgte bei einem der ersten Spiele nach Gründung der Weinviertel Spartans für eine Verzögerung des Kick-Offs um 20 Minuten. Zu Gast waren die AFC Hurricanes. Zwar verloren die Weinviertel Spartans das Spiel, doch sie schafften kurz vor Spielende den verdienten Ehren-Touchdown. Der eigens für das Spiel engagierte Kommentator Walter H. Reiterer war begeistert.

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2011 gründeten Andreas Bernold und Thomas Pfarr ein American Football Team im Bezirk Mistelbach. Gleichgesinnte waren schnell gefunden. Sie veranstalteten ein Tryout, ein öffentliches Probetraining, um Mitspieler zu finden. Als Trainer stellte sich Christian Goldmann zur Verfügung. Beim ersten Match der Weinviertel Spartans gegen die Carnuntum Legionaries zeigte sich bereits das Potenzial der Mannschaft. 2012 wurde der Sportplatz Mistelbach die neue Heimstätte der Weinviertel Spartans.     

Im Weinviertel besonders beliebt

Bei ihren Heimspielen können die Weinviertel Spartans immer auf die Unterstützung ihrer Fans zählen. Im Durchschnitt besuchen über 800 Fans ein Spiel. Damit liegen die Spartans mit ihrer Beliebtheit im oberen Drittel österreichweit. Auch in den sozialen Netzwerken stehen sie an 5. Stelle von gesamt 26. 

American Football ohne Cheerleader? Das scheint unvorstellbar. Auch bei den Weinviertel Spartans sorgen Cheerleader für gute Stimmung und lassen jedes Heimspiel zu einem Event für die ganze Familie werden. 

Österreich ist die Nummer 1 in Europa.

Das Endspiel im Europacup wurde zwischen zwei österreichischen Mannschaften entschieden. Die Raiffeisen Vikings und die Swarco Raiders traten im Finale gegen einander an. Auch in den vergangenen Jahren gab es immer Finalspiele mit österreichischer Beteiligung. 2013 ist die erste Saison der Weinviertel Spartans in der Österreichischen Liga, die in vier Gruppen unterteilt wird. AFL, Division 1, Division 2 und Division 3. Die Spartans spielen in D3 und haben sich als Ziel eine Verbesserung in Ihrer Liga gesetzt. 

Spartans für Hochwasseropfer

Im Anschluss an die abgeschlossene Saison trafen die Weinviertel Spartans und die Carnuntum Legionaries in einem Freundschaftsspiel aufeinander. Sebastian Geyer übergab einen Scheck über 300 Euro, einen Teil der Einnahmen des Spiels, an Othmar Bernold als Spende für die Hochwasseropfer.

Jugend

Aktiv wird am Aufbau einer Jugendmannschaft gearbeitet. Erste Jugendtrainings haben bereits stattgefunden. Interessierte Burschen im Alter von 12 bis 16 Jahren können jeden Dienstag von 18.00 bis 19.30 Uhr am Training teilnehmen. Das nächste Tryout findet am 27. September 2013 um 19.30 Uhr am Sportplatz Mistelbach statt. Gesucht werden Spieler für die Jugend- und Kampfmannschaft, auch die Cheerleader brauchen Verstärkung. 

Das erste Spiel nach der Sommerpause ist ein Heimspiel gegen die Pongau Ravens am 28. September, Kick-off ist um 15.00 Uhr.

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Die Grundregeln

Im Verlauf eines Spiels versuchen zwei Mannschaften aus je elf Spielern den Spielball in die gegnerische Endzone zu bringen oder ein Field Goal zu erzielen, um Punkte zu gewinnen. Die sich im Ballbesitz befindende Mannschaft (Offense, englisch für Angriff) kann durch Werfen (Passing) oder Laufen (Rushing oder Running) einen Raumgewinn erreichen, der schließlich durch einen Touchdown oder ein erzieltes Field Goal zu Punktgewinnen führt. Die verteidigende Mannschaft (Defense, englisch für Verteidigung) versucht die Offense daran zu hindern und selbst in Ballbesitz zu kommen. Dabei steht immer entweder nur die Offense oder nur die Defense einer Mannschaft auf dem Platz. Sobald es die Offense nach vier Versuchen nicht schafft, einen Raumgewinn von zehn Yards zu erlangen, wechselt das Angriffsrecht. Wenn die Defense die Offense bis zu ihrer eigenen Endzone zurückdrängt und darin den gegnerischen Ballträger tackelt, kann sie dadurch Safety-Punkte erzielen. Gewinner ist das Team, das nach Ablauf der Spielzeit die meisten Punkte erzielt hat.

Jeder Spieler hat eine bestimmte Position, auf der er spielt. Aufgrund der vielen verschiedenen und vielseitigen Positionen kann American Football zumindest auf Amateurniveau sowohl von großen oder schweren als auch von kleinen oder leichten Spielern gespielt werden. Die Spielzüge der Offense und der Defense sind auf den Meter genau vom Cheftrainer (Head Coach) und den Offense- beziehungsweise Defense-Trainern (Offensive Coordinator und Defensive Coordinator) festgelegt.

GESCHRIEBENES: Gudrun Freund
FOTOGRAFIERTES: ALEXANDER BERNOLD

Katharina Wiesinger 

Ohne Cheerleader wäre American Football nur eine halbe Sache. Katharina Wiesinger ließ sich von Irmi Kraupp, die die Cheerleader der Weinviertel Spartans gründete, begeistern. Seither trifft sich mijou-Model Katharina, die über das Ballett zum Tanzen gekommen ist, mit den Cheerleadern in Mistelbach zweimal die Woche. »Wir trainieren immer dann, wenn die Burschen Training haben. Am Anfang war das ein bisschen komisch, aber wir haben uns aneinander gewöhnt«, erzählt die aus Prinzendorf stammende Katharina beim mijou-Fotoshooting. »Ich glaube, sie sind recht stolz, dass sie uns zum Anfeuern haben. Vorher mussten sie für Spiele Cheerleader buchen. Die Burschen machen wirklich Stimmung. Bei jedem Spiel gibt es Essen, Getränke und Musik. Es ist ein richtiger Familienausflug. Den Weinviertel Spartans ist es wichtig, dass man Spaß hat. Die Stimmung in Mistelbach ist immer gut und ausgelassen. Alle sind neugierig, weil es hier so etwas noch nicht gegeben hat. Und die Weinviertel Spartans sind schon beeindruckend.«

 
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Andreas Bernold

Andreas Bernold gründete gemeinsam mit Thomas Pfarr die Weinviertel Spartans, die in und um Mistelbach für wachsende Begeisterung sorgen. Ein Jahr trainierte er bei den Dragons in Wien. Dreimal die Woche um halb eins heimkommen, um fünf Uhr aufstehen und arbeiten gehen, das ging an die Substanz. Andreas suchte nach Gleichgesinnten in Wohnort-Nähe und fand sie rasch. Die Weinviertel Spartans trainierten zuerst in Niederabsdorf, dann in Zistersdorf und nun in Mistelbach. Was Andreas am American Football besonders gefällt? Der Teamzusammenhalt, dass es zur Sache geht, dass man es nur als Team schaffen kann und dass Football mehr zusammenschweißt als jede andere Sportart – denn wenn einer nicht blockt, büßt es ein anderer. Mit Krafttraining und Laufen hält er sich neben dem Football zusätzlich fit, beruflich arbeitet er im Qualitätsmangement einer Wiener Firma.

 
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